auf der
Hoerndl Huette
Dieser Blogeintrag beginnt sinngemäß mit dem gleichen Satz wie der vor einem Jahr:
„Nun sitze ich also schon wieder im Flieger auf der Rückreise von meinem Weihnachts-Deutschlandurlaub“
Es scheint dass sich heute am 2.Januar viele Au Pair Mädels und Sprachstudenten auf den Weg nach USA machen.
Knapp drei Wochen ist es her als ich mich auf den Weg von San Diego nach München machte. 26 Stunden meines (virtuell) 33 Stunden langen Geburtstages habe ich auf Flughäfen und im Flugzeug verbracht. Dafür war es umso schöner an diesem speziellen Tag meine Eltern wieder zu sehen und mit ihnen mit einem Glas Sekt anzustossen. Auch Weihnachten mit der Familie ist immer etwas besonderes, genauso wie die Treffen mit alten Freunden und Kollegen.
Fast vier Jahre ist es nun schon her dass ich mich nach Kalifornien verabschiedet habe. Ich werde oft gefragt ob ich den Schritt schon bereut habe und meine Antwort ist immer, nein mir gefällts immer noch.
Hier der obligatiorische Link zum Fotoalbum
Sylvester Tollwood:
Dieses Jahr habe ich mich an Sylvester für Livemusik und Stimmung auf dem (ausverkauftem) Tollwood entschieden. Auch wenn ich gerne auf Berghütten nach Brixen oder Gerlos gefahren wäre, wollte ich den Aufwand der An- und Rückreise nach Österreich vermeiden. Die Bands auf dem Tollwood waren super (u.a. Jamaram und Ska-bands) und um Mitternacht wurde bei Walzermusik angestossen. Die Kulisse und die Stimmung auf der Theresienwiese waren phänomenal. Eine nette Begleitung und ringsum Feuerwerk. Da stoert der Regen kaum.
Die Heimfahrt mit dem MVV hat diesem leider einen Vergleich mit typisch amerikanischer Fehlplanung eingebracht. 50 Personen steigen aus der U-Bahn am Laimer Platz aus, 20 davon -darunter ich- wollen mit dem Bus weiterfahren. Der Nachtbus N168, ein mini Bus für zehn Personen hält nicht an weil er schon überfüllt ist. Sehr überraschend, dass an Sylvester ein höheres Fahrgastaufkommen herrscht... (Kopfschüttel) Ich bin dann zu Fuss nach Hause gegangen.
2012
Neben guten Vorsätzen wie wieder mehr zu skaten und Sport zu machen, habe ich vor mehr Urlaub in USA zu machen und das Land zu erkunden. Natürlich hoffe ich auch wieder auf Besuch aus
Deutschland.
Ein weiterer Programmpunkt ist eine Kurzreise nach Deutschland wo ich zwei 50. Geburtstage und eine Hochzeit besuchen will die zufällig (oder auch nicht) am gleichen Wochenende im April
stattfinden.
Vermischtes:
-
Eine Beobachtung die ich nach der Landung in München gemacht habe ist dass es den (vorwiegend deutschen) Passagieren egal war ob man aus seiner Sitzreihe heraus kommt oder nicht. Wenn man sich nicht selbst vordrängt bleibt man solange gefangen bis alle Anderen ausgestiegen sind. In USA ist das anders. Dort wartet man bis der Vordermann aussteigen kann. Dieses Beispiel ist meiner Erfahrung nach typisch für beide Nationalitäten (sorry an meine Landsleute)
-
Hinrichtung in USA
Trotzdem dass ich regelmässig Nachrichten schaue, habe ich USA nicht mitbekommen dass es wieder eine sehr kontroverse Hinrichtung gab. Ein mutmasslicher Polizistenmörder wurde zum Tode verurteilt. Das Problem dabei ist, dass sieben von neun Zeugen ihre ursprüngliche Aussage vor Gericht zurückgezogen haben. Der Verdächtige wurde trotzdem verurteilt und hingerichtet.
Ich habe von dem Thema über die Tagesschau erfahren die ich übers Internet anschaue.
-
Brasilianisches Festival in San Diego
ohne Worte
(oder doch? Der schwarze im Bild ist ein Spezl, Tyrone, er spricht gut Deutsch)
-
Meinem Karmann Ghia geht’s gut. Ich habe einiges an Rost entfernt und muss noch ein paar Stellen schweissen (lassen) Ansonsten läuft er gut und er hat mich schon ein paar hundert Meilen durch Kalifornien getuckert. Vor Kurzem habe ich mir den „Luxus“ von Sicherheitsgurten geleistet. Als nächstes stehen die Reparatur des „Himmels“ und der Einbau von Sitzen mit Kopfstützen an. Auf die personalisierten Kennzeichen musste ich 4.5 Monate warten. Es heisst, die Kennzeichen werden als ABM in Kalifornischen Gefängnissen gefertigt.
-
Stromausfall
Durch einen Ausfall in einem Kraftwerk in Arizona gab es eine Kettenreaktion die einen Stromausfall in mehreren Staaten zur Folge hatte. San Diego war 12 Stunden ohne Strom und Läden, Tankstellen und Restaurants mussten ihren Betrieb einstellen. Auch der Verkehr brach zusammen.
Durch den Stromaufall fielen Abwasserpumpen der Kläranlagen aus und mehrere hundert tausend Liter ungeklärtes Abwasser lief in die Bucht von San Diego. Es gibt anscheinend keinen Notfallplan...
Für Krankenhäuser gibt es einen Notfallplan incl. Dieselgeneratoren. Die Generatoren werden jede Woche getestet. Trotzdem fiel die Notstromversorgung in mindestens zwei Krankenhäusern nach 30 Minuten aus.
- Momentan läuft der Vorwahlkampf der Gegenpartei (Republikaner). Der Wahlkampf wird in USA im Gegensatz zu Deutschland privat und von Firmen / Lobbyisten finanziert. Aus
Protest gegen eine seiner (und meiner) Ansicht nach verfehlten Politik hat der Chef der Restaurantkette Starbucks seine Wahlkampfspenden in Millionenhöhe eingestellt und 140 andere grosse
Unternehmen dazu motiviert das Gleiche zu tun. Seitdem telefoniert er regelmässig mit Präsident Obama....
Ich habe glatt einen Fernsehsender gefunden der nicht für die Republikaner spricht. Leider ist auch dieser sehr einseitig und polemisch so dass man aufpassen muss umfassend und nicht einseitig informiert zu sein.
Die Protestbewegung die mit „occupy Wall Street“ (Besetzung der Wall Street) begann hat sich inzwischen in ganz USA verbreitet. Die Protestbewegung wendet sich gegen die Armut und die mangelnde Besteuerung von Millionären und Milliardären sowie der größten Firmen in USA. Nach dem Motto „wir sind die 99% der Bevölkerung“ wird eine gerechtere Steuergesetzgebung gefordert.
Mehrere Millionäre haben sich zusammengetan und einen Werbespot veröffentlich in dem sie die Regierung auffordern „besteuert uns!“ - Die Boeing 777 in der ich gerade sitze hat Steckdosen für den Laptop. Das würde ich mir bei Airbus auch wünschen.
- Last but not least. 2012 möchte ich die amerikanische Staatsbürgerschaft angehen. Aber nur wenn mir Deutschland eine doppelte Staatsbürgerschaft erlaubt.
Und nun noch ein kleiner Test, wer den Artikel bis zu Ende gelesen hat. Ich würde mich über Rückmeldung freuen ob meine Berichte zu lang sind und welche Themen Ihr gerne sehen würdet.
In diesem Sinne wünsche ich Euch ein glückliches, erfolgreiches und gesundes Neues Jahr.
Euer Franz
Kommentar hinzufügen - Kommentare (4)ansehen